Damit der Baum bleiben darf.
Baumpflege
Ein Schnitt ist eine Wunde. Bäume verschließen sie nicht, sie schotten sie ab – und je größer sie ist, desto länger bleibt die Tür für Pilze offen. Deshalb wird in der Baumpflege so wenig geschnitten wie möglich.
Kronenpflege statt Kappen
Der häufigste Auftrag lautet: „Machen Sie ihn kleiner." Der häufigste Fehler wäre, ihn einfach oben abzuschneiden. Ein gekappter Baum treibt aus schlafenden Knospen büschelweise aus; diese Triebe sind nur oberflächlich angewachsen und brechen nach einigen Jahren ab. Aus einem gesunden Baum wird so ein Sicherheitsrisiko – und das Problem kommt größer zurück.
Fachgerecht wird stattdessen abgeleitet: Wir kürzen einen Ast auf einen kräftigen Seitentrieb, der die Versorgung übernimmt und die Wuchsrichtung fortsetzt. Die Krone wird kleiner, behält aber ihre Struktur und ihre Statik. Zusammen mit der Entnahme von Totholz, sich reibenden Ästen und Wasserreisern ist das die klassische Kronenpflege.
Wann Sie handeln sollten
Totholz in der Krone ist bei alten Bäumen normal, über Gehwegen, Spielflächen und Parkplätzen aber ein Haftungsthema: Als Eigentümer haben Sie eine Verkehrssicherungspflicht. Wer seinen Baum regelmäßig kontrollieren lässt und Auffälligkeiten beseitigt, ist auf der sicheren Seite.
Deutliche Warnzeichen sind Pilzfruchtkörper am Stammfuß, Rindenablösungen, aufgerissene Zwiesel, hohle Stellen und Kronenverlichtung von oben nach unten. Wenn Sie eines davon sehen, schauen wir uns den Baum an – oft lässt sich mit gezielten Maßnahmen noch viel retten.
Jung anfangen spart später
Der wirksamste Eingriff kostet fast nichts: Ein junger Baum, dem man in den ersten Jahren einen klaren Leittrieb erzieht und konkurrierende Doppelspitzen nimmt, wächst zu einem stabilen Baum heran, an dem nie wieder gesägt werden muss. Ein Zwiesel, den man mit dem Rosenschneider entfernen kann, wird sonst dreißig Jahre später zur Sollbruchstelle.
Wenn Sie neu gepflanzt haben, sprechen Sie uns darauf an. Ein Erziehungsschnitt ist in einer halben Stunde erledigt.
Häufige Fragen
Zum Thema Baumpflege
Wann ist die beste Zeit für einen Baumschnitt?
Für die meisten Laubbäume das Spätwinterhalbjahr, solange kein Frost herrscht: Die Struktur ist ohne Laub sichtbar und der Baum treibt danach unmittelbar aus. Obstbäume schneidet man je nach Ziel im Winter oder im Sommer. Ausnahmen sind Bäume mit starkem Blutungsdruck wie Birke, Ahorn und Walnuss – die werden besser im Sommer geschnitten.
Darf ich im Sommer schneiden?
Leichte Form- und Pflegeschnitte sind ganzjährig erlaubt. Verboten ist zwischen dem 1. März und dem 30. September das starke Zurückschneiden und Roden von Hecken und Gehölzen. Unabhängig davon gilt immer der Artenschutz: Wo ein Vogel brütet, wird nicht gesägt.
Mein Baum steht schief – muss er weg?
Fast nie. Bäume wachsen aus vielen Gründen schief und bauen im Stamm entsprechend Reaktionsholz auf. Kritisch wird es erst, wenn sich die Neigung verändert hat, der Wurzelteller sich hebt oder der Boden auf einer Seite aufreißt. Genau darauf schauen wir.
Was ist eine Kronensicherung?
Ein Gurtsystem, das zwei auseinanderstrebende Stämmlinge miteinander verbindet und im Ernstfall das Ausbrechen verhindert. Es wird dynamisch eingebaut, sodass sich der Baum weiter bewegen kann. Häufig ist das die Alternative zur Fällung.
Passt dazu
- Seilklettertechnik Baumarbeit am Seil – rückstandslos, ohne Fahrspuren im Rasen und ohne schweres Gerät im Garten.
- Hebebühne Wo Zufahrt besteht, arbeiten wir aus dem Korb – zügiger, kalkulierbarer und besonders bei totem Holz die sichere Wahl.
- Baumfällung Vom freistehenden Einzelbaum bis zum Problembaum zwischen Haus, Zaun und Stromleitung.