Der Weg nach oben, wenn kein Fahrzeug hinkommt.
Seilklettertechnik
Manche Bäume stehen dort, wo kein Fahrzeug hinkommt: hinter dem Haus, zwischen Teich und Terrasse, im Innenhof. Dann führt der Weg nach oben über das Seil.
Warum überhaupt klettern?
Eine Hebebühne braucht befestigten Untergrund, Aufstellfläche und eine Zufahrt, die breit genug ist. Fehlt eines davon, bleibt sie an der Straße stehen. Der Kletterer kommt überall hin – er braucht nichts außer dem Baum selbst.
Der zweite Grund ist der Boden. Ein Hubsteiger wiegt mehrere Tonnen. Auf einem gewachsenen Rasen im Frühjahr hinterlässt er Spurrinnen, die eine Saison lang zu sehen sind, und verdichtet den Wurzelraum der Bäume, die stehen bleiben sollen. Beim Klettern passiert nichts davon.
Wie das Abtragen abläuft
Zuerst kommt das Wurfsäckchen: Eine dünne Leine wird über einen tragfähigen Ast geschossen, daran das Kletterseil eingezogen. Der Kletterer steigt auf und sichert sich im Baum an mindestens einem, in der Arbeitsposition an zwei Punkten.
Dann wird von außen nach innen und von oben nach unten gearbeitet. Feine Äste fallen frei, alles Schwere kommt ans Seil: Der Kletterer bindet das Stück an, sägt es ab, und ein Kollege am Boden lässt es kontrolliert herunter. Über Umlenkrollen lassen sich so auch mehrere hundert Kilo schwere Stammstücke zentimetergenau neben dem Gartenhaus absetzen.
Am Ende steht ein nackter Stamm, der Stück für Stück nach unten geringelt wird – oder, wenn Platz ist, im Ganzen fällt. Der Rasen darunter bleibt, wie er war.
Sicherheit ist kein Zufall
Seilklettertechnik ist eine ausgebildete Arbeitsweise mit eigenem Regelwerk. Wir arbeiten nach den Vorgaben der Unfallverhütungsvorschriften, prüfen Seile, Gurte und Karabiner regelmäßig und tauschen aus, was Zweifel weckt. Kettensägen für die Arbeit im Baum werden einhändig geführt – dafür gibt es eigene Geräte und eigene Schnittschutzausrüstung.
In abgestorbene oder morsche Bäume steigt niemand hinein. Wo das Holz nicht mehr trägt, kommt die Hebebühne, oder der Baum wird von unten gefällt. Diese Entscheidung treffen wir vor Ort und nicht am Telefon.
Echter Einsatz
Der Wipfel kommt runter
Angeschlagen, abgesägt, kontrolliert abgelassen – so verlässt auch das schwerste Stück den Baum, ohne irgendwo aufzuschlagen.
Häufige Fragen
Zum Thema Seilklettertechnik
Ist Klettern teurer als die Hebebühne?
Meistens ja, denn es dauert länger und bindet mehr Leute. Dafür entfallen Anfahrtskosten für die Maschine und mögliche Folgekosten für zerfahrenen Rasen. Bei kleineren Bäumen liegen beide Varianten oft gleichauf.
Kann jeder Baum beklettert werden?
Nein. Voraussetzung ist tragfähiges Holz. Bei Pilzbefall am Stamm, ausgefaulten Bereichen oder abgestorbenen Kronen ist die Bühne die einzig vertretbare Lösung. Wir beurteilen das am Baum, nicht nach Fotos.
Wie viel Platz brauchen Sie am Boden?
Erstaunlich wenig. Ein paar Quadratmeter zum Ablegen der abgeseilten Stücke genügen, und die können auch etappenweise geräumt werden. Wir haben Bäume aus Innenhöfen geholt, in die kein Anhänger passt.
Passt dazu
- Baumfällung Vom freistehenden Einzelbaum bis zum Problembaum zwischen Haus, Zaun und Stromleitung.
- Baumpflege Kronenpflege, Totholzentnahme, Kroneneinkürzung und Jungbaumerziehung nach den anerkannten Regeln der Baumpflege.
- Hebebühne Wo Zufahrt besteht, arbeiten wir aus dem Korb – zügiger, kalkulierbarer und besonders bei totem Holz die sichere Wahl.