Zum Inhalt springen
Anrufen

Garten und Rasen

Rollrasen: die ersten drei Wochen entscheiden

Verlegt ist er in einem Tag. Ob er anwächst, entscheidet sich in den drei Wochen danach – und fast immer am Wasser.

Gepflegte Rasenfläche mit angrenzendem Kiesbeet und Pool in einem Hausgarten

Rollrasen ist kein Teppich, sondern eine lebende Pflanze mit abgeschnittenen Wurzeln. Beim Schälen auf dem Feld verliert er den größten Teil seines Wurzelwerks; was auf der Palette ankommt, hat nur wenige Zentimeter Substrat unter sich. Daraus muss binnen weniger Wochen wieder ein tragfähiges Wurzelsystem werden.

Tag 1: verlegen, nicht lagern

Rollrasen ist ein verderbliches Produkt. Auf der Palette gestapelt beginnt er zu erwärmen — im Sommer innerhalb von 24 bis 36 Stunden. Was dann ausgerollt wird, ist gelb und riecht nach Silage.

Deshalb gilt: am Liefertag verlegen, im Hochsommer möglichst am Vormittag. Wir stimmen die Anlieferung so ab, dass die Fläche fertig vorbereitet ist, bevor der Lkw kommt.

Direkt nach dem Verlegen wird gewalzt, damit die Soden Kontakt zum Untergrund bekommen. Ein Luftspalt zwischen Sode und Boden bedeutet, dass keine Wurzel hindurchwächst.

Die erste Wassergabe: mehr, als Sie denken

Unmittelbar nach dem Verlegen muss die Fläche durchdringend gewässert werden. Als Richtwert gelten 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter — das sind bei 100 Quadratmetern rund zwei Kubikmeter Wasser.

Die Kontrolle ist einfach: Heben Sie nach dem Wässern eine Ecke an. Der Boden darunter muss dunkel und feucht sein, nicht nur die Sode. Ist er trocken, war es zu wenig. Diesen Test sollten Sie in den ersten Tagen mehrfach machen.

Woche 1 und 2: täglich, aber richtig

In den ersten beiden Wochen darf die Fläche nie abtrocknen. Im Sommer bedeutet das tägliches Wässern, bei Hitze über 25 Grad morgens und abends.

Der häufigste Fehler ist nicht zu seltenes, sondern zu oberflächliches Gießen. Wer täglich fünf Minuten sprengt, hält die Sode feucht und den Boden darunter trocken. Die Wurzeln bleiben dann oben und wachsen nicht ein. Besser einmal richtig als dreimal kurz.

Gießen Sie früh am Morgen. Mittagsgüsse verdunsten zum großen Teil, abendliches Wässern hält die Halme über Nacht nass und begünstigt Pilzkrankheiten.

Betreten sollten Sie die Fläche in dieser Zeit möglichst nicht. Wenn es sein muss, legen Sie ein Brett aus und verteilen Sie das Gewicht.

Woche 3: der erste Schnitt

Wenn die Halme etwa acht bis zehn Zentimeter erreicht haben, wird das erste Mal gemäht — geschnitten wird auf etwa fünf Zentimeter. Nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abnehmen.

Wichtig: scharfe Messer. Ein stumpfer Mäher reißt die Halme, statt sie zu schneiden; die Fläche wird tagelang gräulich. Und der Boden sollte abgetrocknet sein, damit der Mäher keine Spuren zieht.

Prüfen Sie vor dem Mähen, ob der Rasen angewachsen ist: Ziehen Sie vorsichtig an einer Ecke. Lässt sie sich anheben, warten Sie noch ein paar Tage.

Nach dem ersten Schnitt können Sie die Wassergaben zurückfahren — nicht abrupt, sondern über zwei bis drei Wochen auf zwei bis drei durchdringende Gaben pro Woche.

Ab Woche 4: normaler Rasen

Jetzt ist die Fläche belastbar. Kinder, Hund, Trampolin — alles kein Problem mehr.

Für die Folgezeit gilt: lieber selten und tief wässern als oft und wenig, das erzieht die Wurzeln in die Tiefe. Regelmäßig mähen, im Sommer nicht zu kurz — vier bis fünf Zentimeter Halmlänge beschatten den Boden und halten Feuchtigkeit.

Die erste Düngung folgt etwa vier bis sechs Wochen nach dem Verlegen. Vorher hat der Rasen genug Nährstoffe aus der Anzucht.

Wenn doch etwas schiefgeht

Gelbe oder braune Streifen entlang der Bahnen: fast immer Trockenheit an den Nahtstellen, wo zwei Soden aneinanderstoßen. Dort gezielt nachwässern.

Fugen, die sich öffnen: normale Schrumpfung bei Trockenheit. Mit Sand oder feiner Erde einschlämmen und wässern; das wächst zu.

Pilzflecken: meist Folge von Staunässe oder abendlichem Gießen. Wassergaben auf den Morgen verlegen und die Menge prüfen.

Der Rasen wächst nicht ein: In aller Regel fehlt Bodenkontakt — entweder wurde nicht gewalzt, oder der Untergrund war zu locker beziehungsweise zu hart. Das lässt sich nachträglich nur begrenzt beheben.

Der Teil, den man nicht sieht

Der beste Rollrasen scheitert auf einem schlechten Untergrund. Auf den sandigen Böden in Brandenburg mischen wir deshalb Substrat ein, das Wasser hält — ohne das steht die Fläche im ersten Julihochsommer braun da, egal wie sorgfältig Sie gießen.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Fläche neu anzulegen: Fragen Sie uns nach dem Bodenaufbau, bevor Sie Rollrasen bestellen. Der Unterschied zwischen einer Fläche, die zehn Jahre hält, und einer, die nach zwei Jahren erneuert wird, liegt vollständig in dieser Schicht.

Sie haben eine Frage zu Ihrem Fall? Rufen Sie an unter 0173 4652252 oder schicken Sie uns über das Anfrageformular ein paar Fotos. Wir antworten innerhalb eines Werktags.

Erzählen Sie uns von Ihrem Baum.

Ein Foto und die ungefähre Höhe genügen für eine erste Einschätzung. Wir melden uns innerhalb eines Werktags mit einer klaren Auskunft – kostenfrei und unverbindlich.

Anfrage stellen

Lieber direkt sprechen?
0173 4652252